Die herkömmliche Schließanlage contra der Schließanlage mit elektronischen Schließzylindern
Die herkömmliche Schließanlage besteht aus einer Vielzahl von mechanischen Schließzylindern in einem oder mehreren Objekten und dient zum Verschließen von Türen, Fenster, Schränken, etc.? In vielen Fällen wird die Schließanlage hierarchisch aufgebaut. Hierbei unterteilt man diverse Schließberechtigungen in eine Generalberechtigung, Gruppenberechtigung und Einzelberechtigung.
Die Nachteile solcher Anlagen sind hingänglich bekannt und gefürchtet. Bei Verlust eines Schlüssels kann je nach Schließberechtigung ( z. B. Generalberechtigung = darf alle Schließzylinder öffnen, Gruppenschlüssel = darf eine festgelegte Gruppe von Türen öffnen) der Austausch einer kompletten notwendig werden.
Ein weiter Nachteil ist die Systemstarre. Auch das ist in Unternehmen ein bekanntes Problem. Umzüge von einzelnen Mitarbeitern oder ganzer Abteilungen ist nur in Verbindung mit einem Austausch vorhandener Schließzylinder möglich - dies kostet Geld und Zeit, da diese Schließzylinder angefertigt werden müssen. Zusätzlich bildet sich im Laufe der Zeit ein nicht zu unterschätzendes "Schließzylinderlager", da in vielen Fällen die vorhandenen Zylinder aufgrund ihrer Baulänge und Schließcodierung nicht mehr verwendet werden können.
In den letzten Jahren entwickelte die Industrie elektronische Schließzylinder und kompensierte mit dieser Technik die vorab beschriebenen Probleme. Bei Verlust eines Schlüssels ( Transponder in Form von Karten, Schlüsselanhängern oder Schlüsselkappen) werden diese nun einfach aus der Schließberechtigung der betreffenden Tür oder Türen eliminiert.
Bei organisatorisch bedingten Umstrukturierungen in dem Unternehmen werden nun die geänderten Schließberechtigungen auf die Transponder der betroffenen Mitarbeiter oder Abteilungen einfach aufgespielt. Die Schließzylinder brauchen nicht gewechselt zu werden. Der anfängliche Kostennachteil einer elektronischen Schließanlage zur herkömmlichen wandelt sich innerhalb kürzester Zeit in eine Kosteneinsparung um.
Auch kostspielige Planungsfehler gehören bei den elektronischen Zylindern der Vergangenheit an, da Änderungen und Erweiterungen auch nachträglich problemlos ausgeführt werden können
Nun gibt es derzeit am Markt viele elektronische Schließzylinder, die sich in ihrer Funktionsphilosophie erheblich unterscheiden. Bei der Planung einer elektronischen Schließanlage sollte aus diesem Grund das Einsatzgebiet und der Systemumfang (auch spätere) berücksichtigt werden.
Was ist damit gemeint?
Der Markt bietet heutzutage u. a. elektronische Schließzylinder an, die über Programmiergeräte programmiert werden müssen. Im Falle einer Änderung an diesem Schließzylinder muss der Betreiber der Schließanlage dem jeweiligen elektronischen Schließzylinder das neue Schließprogramm vor Ort an der betreffenden Tür einzeln aufspielen.
Bei Änderungsporgrammierungen an 10 Türen hält sich der personelle Aufwand mit Sicherheit noch in Grenzen.
Wie sieht dieser personelle Aufwand nun bei Änderungen an 50, 100 oder mehr Türen aus, vielleicht sogar noch bei einer übergreifenden Schließanlage über mehrere Firmenstandorte? - Der Zeit- und Kostenaufwand hierfür sind nicht kalkulierbar.
Verschiedene Hersteller elektronischer Schließzylinder haben dieses Problem erkannt und entsprechend reagiert. So werden bei diesen Fabrikaten die Transponder als Datenträger genutzt und Schließberechtigungen nur noch zeitbegrenzt ( meist 24 oder 48 Stunden) erteilt.
Für dieses Funktionsprinzip werden an den Hauptzugängen eines Gebäudes mit einem PC vernetzte Schreib-Leser installiert. Evt. über den PC vorgenommene Änderungsdaten für einzelne Schließzylinder oder Zylindergruppen liegen an dem/n Schreib-Leser/n bereit und werden, sobald der jeweilige Mitarbeiter an dem Schreib-Leser sein tägliches Zugangsprofil bucht mit auf seinen Transponder geschrieben.
Während seiner Bewegung im Haus öffnet der Mitarbeiter über seine Transponderkarte diverse Türen und überträgt gleichzeitig das geänderte Schließprofil an den betroffenen Zylinder/n.

Als Technologien werden bei diesen Schließanlagen die weltweit verbreiteten Leseverfahren Mifare und Legic verwendet. Diese Leseverfahren werden heutzutage auch in vielen anderen Bereichen ( Schwimmbäder, Kantinenabrechnungen, Cash-Systeme, etc.) verwendet. Durch den Einsatz dieser Technologie können die Transponder mehrfach genutzt werden. Den bekannten wachsenden "Schlüsselbund" gibt es nicht.
Aufstellung der gängigsten elektronischen Verschlußtechniken