Langfristig werden ausreichend schnelle Übertragungsnetze zur Verfügung stehen, so dass der digitale Videoausgang (z. B. von einer Überwachungskamera) an ein Hochgeschwindigkeitsnetz angeschlossen und von dort in Echtzeit zu einem Netzknoten übertragen wird. So können dann mehrere Videosignale im Zeitmulitplexverfahren über eine gemeinsame Leitung übertragen werden. Die Signalverteilung vom jeweiligen Netzknoten zum Ziel wird eine Art "Software-Kreuzschiene" respektive Router übernehmen, da die Videosignale ja in Form von Bits und Bytes vorliegen. Natürlich liessen sich so auch mehrere Auswerteplätze inklusive Bilddarstellung und rechnergestützter Bedienung in das Gesamtsystem integrieren.
Bis zur vollständigen Ablösung der heutigen Videokreuzschiene wird jedoch noch etwas Zeit vergehen. Fehlende Standards für die digitale Bildübertragung, die (noch) begrenzte Datenübertragungsrate heutiger Netze unter Berücksichtigung großer Entfernungen und die noch relativ hohen Datenmengen für digitalisierte Fernsehbilder sind nur einige Gründe.
PCs & Software
Dem aktuellen Trend folgend setzen die Hersteller mehr und mehr auf Personalcomputer in Ihren Geräten bzw. Videoanlagen ein. Schon heute sind diese preiswerten Alleskönner aus der Videoüberwachungstechnik nicht mehr wegzudenken. Sie übernehmen u. a. komplexe Steuerungsaufgaben in größeren Videozentralen, werden aber auch bei der digitalen Bildaufzeichnung und Bildübertragung eingesetzt. Auch für anwendungsspezifische Programmierung einzelner Geräte, wie z. B. die Einstellung von intelligenter Videosensorik, leisten PCs heute schon gute Dienste. Weil die PC-Industrie ihre Geräte ständig weiterentwickelt und in hohen Stückzahlen produzieren kann, profitieren Hersteller und Anwender von immer leistungsstärkeren Rechnern bei gleichzeitig sinkenden Preisen. Die Hersteller aus dem Bereich der Videoüberwachungstechnik können somit auf die Entwicklung der anwenderspezifischen Software und spezieller Hardware-Komponenten, wie z. B. Bildspeicherkarten, konzentrieren. Dadurch werden Entwicklungszeiten und -kosten eingespart.
Die zunehmende Abhängigkeit von PCs und komplexen Softwarelösungen birgt jedoch auch Gefahren für die Qualität und zweckmäßige Funktionalität eines Produktes. Zum einen haben die Hersteller nur selten Einfluß auf die für den Massenmarkt entwickelten PCs bzw. deren Zuverlässigkeit und außerdem sind sie ständigen Veränderungen der PC-Hardware ausgesetzt. Die immer komplexer werdenden Betriebssysteme respektive Softwarepakete, die natürlich nicht für die speziellen Belange im Sicherheitsbereich entwickelt werden, tun ihr übriges dazu. Der Anwender ist somit gezwungen, zukünftig noch sorgfältiger das breite Produktangebot zu prüfen, und sich nicht von bunten Bildern bzw. preiswerten "Alleskönnern" täuschen zu lassen.